Trainingsmethoden

Vom Click zum Trick: 3 bewährte Trainingsmethoden, wie du deiner Katze einen Trick beibringen kannst

Trainingsmethoden

Deine Katze hat die Rolle des Clickers verstanden und ist auf das Markersignal konditioniert? Dann kann’s jetzt richtig losgehen! 

Um mit deiner Katze zu trainieren, gibt es verschiedene Trainingsmethoden, auf die du zurückgreifen kannst.

Aber warum brauche ich überhaupt verschiedene Methoden?

Die unterschiedlichen Methoden brauchst du, um deiner Katze den Trick bestmöglich verständlich zu machen und so schnell und einfach wie möglich das Trainingsziel zu erreichen.

Sitz oder High five trainierst du beispielsweise auf einem anderen Weg als Männchen machen oder Im Kreis drehen.

Welche Methode du für welchen Trick benutzt, ist nicht unbedingt in Stein gemeißelt, denn viele Wege führen nach Rom oder in diesem Fall zum fertigen Trick.

Trotzdem sind manche Methoden für bestimmte Tricks einfach besser geeignet und du kommst deutlich einfacher und schneller ans Ziel als mit anderen.

Damit du besser einschätzen kannst, welche Trainingsmethode für welchen Trick geeignet ist, stelle ich dir in diesem Beitrag drei wichtige Methoden vor, die du beim Clickern mit deiner Katze einsetzen kannst!

Inhatsverzeichnis

Shaping - Bring den Trick in Form

Das Shaping ist eine absolute Basismethode im Clickertraining. Beim Shaping formst du das Verhalten deiner Katze Schritt für Schritt in die richtige Richtung. 

Shaping kannst du z.B. anwenden, wenn du deiner Katze High Five, Pfötchen geben oder auf eine Decke gehen beibringen willst. 

MERKE: Beim Shaping verstärkst du gewünschtes Verhalten, das deine Katze normalerweise nicht von alleine zeigen würde.

Beim Shaping muss deine Katze zunächst verstehen, worum es beim Trick eigentlich gehen soll. 

Deshalb musst du gerade am Anfang jeden noch so kleinen Erfolg clicken und belohnen. Jeder Blick, jeder Schritt, jedes Schnüffeln am “Zielobjekt” muss belohnt werden, damit deine Katze versteht: “Aha, darum geht’s hier!”

In Kleinen Schritten zum Ziel

Beim Shaping zerteilst du einen Trick in viele kleine Teilschritte, die ähnlich wie eine Treppe Stufe für Stufe aufeinander aufbauen. 

Erst wenn die Ausführung einer Stufe problemlos funktioniert und du das Gefühl hast, deine Katze hat verstanden worum es geht, machst du mit der nächsten Stufe weiter. 

Jeder richtige Schritt wird durch einen Click markiert und belohnt. 

Ganz oben auf der letzten Stufe steht dann der fertige Trick. Das könnte beim Trick “Geh auf die Decke” so aussehen:

Beispiel: "Geh auf die Decke"

Deine Katze sitzt vor dir und du legst die Decke etwas entfernt vor sie auf den Boden. Du formst den Trick jetzt Stufe für Stufe:

  • Blick zur Decke
  • Erste Annäherungen zur Decke
  • Schnuppern an der Decke
  • Berührung der Decke mit einem Körperteil
  • Eine Pfote auf der Decke
  • Zwei Pfoten auf der Decke
  • Drei Pfoten auf der Decke
  • Alle vier Pfoten auf der Decke
  • Optional: Sitz oder Platz auf der Decke
  • Fertig!

Du gehst immer erst zum nächsten Schritt über, wenn deine Katze das Verhalten der aktuellen Stufe zuverlässig zeigt.

Wenn sie also beispielsweise immer wieder von alleine zur Decke blickt, hat sie verstanden, dass ihr dieses Verhalten ganz sicher eine Belohnung einbringt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Blicke nicht mehr zu belohnen und zur nächsten Stufe überzugehen. Deine Katze wird im ersten Moment erst mal irritiert sein, wieso es dafür jetzt plötzlich keine Belohnung mehr gibt.

Weil sie motiviert ist, wird sie neue Wege suchen, um an ihre Belohnung zu kommen. Im Idealfall geht sie direkt ein paar Schritte auf die Decke zu, was du dann direkt clickst und belohnst.

Tipps von Jasmin

  • Damit deine Katze im Training motiviert bleibt und die Lust aufs Ausprobieren nicht verliert, solltest du ihr durch viele kleine Trainingsschritte so viele Erfolge wie möglich verschaffen.

  • Alles, was richtig läuft belohnst du. Alles, was nicht in die richtige Richtung führt, ignorierst du bitte. Denk dran: Kein Schimpfen, meckern oder Bestrafen im Training!

  • Ganz wichtig ist beim Clickern, aber insbesondere beim Shaping, dein Timing! Clickst du einen Moment zu spät, belohnst du womöglich ein völlig anderes Verhalten, als du eigentlich gewünscht hast!
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Capturing - Den richtigen Moment einfangen

Beim Capturing arbeitest du nicht durch Formen, sondern durch Einfangen von natürlichem Verhalten deiner Katze.

Deine Katze zeigt also ein Verhalten, dass du durch Clicken verstärken und auf Kommando trainieren möchtest.

Typische Capturing-Tricks sind z.B. Sitz, Platz, Kommen auf Zuruf oder auch Miauen auf Kommando.

MERKE: Beim Capturing verstärkst du natürlich gezeigtes Verhalten, indem du es durch den Click markierst und belohnst.

Für Verhalten, das deine Katze auf natürliche Weise nie anbieten würde, ist diese Trainingsmethode also nicht geeignet.

Immer wenn deine Katze das gewünschte Verhalten von selbst zeigt, verstärkst du dieses durch den Click und anschließender Belohnung.

Am Anfang könnte deine Katze etwas verwirrt sein, was genau ihr nun gerade die Belohnung eingebracht hat, immerhin hat sie dafür nicht aktiv mitgearbeitet. Aber da die meisten Katzen sehr schnelle Lerner sind, wird sie bald herausgefunden haben, womit der Click genau zusammenhängt.

Wenn dir auffällt, dass deine Katze das Verhalten immer öfter “zufällig” zeigt, kannst du damit beginnen, ein Kommando einzuführen. Damit machst du ihr verständlich, dass du das Verhalten (nur) wünschst, wenn du das Kommando gibst.

Um Capturing etwas verständlicher zu machen, kommt hier ein Beispiel aus der Praxis:

Beispiel: Liegen auf der Seite

Du möchtest deiner Katze entspanntes Platz beibringen, also Liegen auf der Seite. 

Legt sich deine Katze z.B. nach einer intensiven Spieleinheit gerne auf die Seite, ist das der richtige Zeitpunkt zum Üben. Jetzt kannst du immer dann, wenn deine Katze dieses Verhalten von selbst im Alltag zeigt, clicken und belohnen.

Dieser Schritt dauert meist am längsten, weil deine Katze erst einmal verstehen muss, welches Verhalten genau ihr eine Belohnung einbringt.

Wenn sie das verstanden hat, wird sie jetzt öfter “zufällig” auf der Seite liegen. Das absichtlich gezeigte Verhalten verbindest du jetzt mit einem Kommando, damit deine Katze im letzten Schritt lernt: Es gibt nur eine Belohnung, wenn ich das Verhalten bei diesem Wort oder Zeichen zeige.

Tipps von Jasmin

  • Durch die anfangs passive Mitarbeit deiner Katze bei dieser Trainingsmethode kann es auch mal länger dauern, bis sie den Trick verstanden hat.

  • Capturing erfordert meist spontanes Handeln. Damit du im im richtigen Moment mit Clicker und Belohnung bewaffnet bist, verteile an mehren Orten in eurem Zuhause kleine Leckerlidosen und lege dir den Clicker möglichst griffbereit zur Seite.

  • Capturing kannst du richtig Planen, wenn du dir vorher genau überlegst, was das Ziel sein soll und wie du es am besten erreichen kannst.

Target - An der Nase herumgeführt

Beim Targettraining geht es darum, dass deine Katze ein Ziel (meistens einen Gegenstand) mit einem bestimmten Körperteil berührt. 

Beim Clickern gibt es verschiedene Arten von Targets:

Nasentarget

Beim Nasentarget konditionierst du deine Katze darauf, das Target mit ihrer Nase zu berühren. Das kann ein klassischer Targetstab sein, aber auch dein Finger, ein Stift oder ein Spielzeug.

Immer wenn deine Katze das Target mit der Nase berührt, folgt ein Click und eine Belohnung.

Pfotentarget

Das Pfotentarget funktioniert im Prinzip wie das Nasentarget. Allerdings muss deine Katze hier das Target mit der Pfote berühren. 

Sitztarget

Beim Sitztarget lernt deine Katze, auf einem bestimmten Gegenstand sitzen zu bleiben, im Idealfall für eine längere Zeit.

Dieser Trick ist besonders hilfreich, wenn du mit mehreren Katzen clickerst oder deine Katze warten soll, z.B. während du kochst oder das Futter vorbereitest.

Ein Sitztarget kann beispielsweise eine Decke, ein Stuhl oder auch ein umgedrehter Topf oder Eimer sein.

Folgen

Eine erweiterte Form des Nasentargets ist das (Ver)Folgen des Ziels.

Hier muss deine Katze nicht nur lernen, das Target mit der Nase zu berühren, sondern auch den Bewegungen zu folgen.

Du kannst diese Art des Targettrainings wunderbar für komplexe Tricks mit Bewegungsabläufen einsetzen, wie beispielsweise Slalom durch die Beine, Parcours oder auch Männchen machen

Durch das Target, lockst du deine Katze dann in die gewünschte Verhaltensweise.

Fazit

Beim Clickertraining gibt es mehrere Wege, wie du deiner Katze etwas beibringen kannst. Shaping, Capturing und Target sind die gängigsten Methoden.

Wann du welche Methode nutzen solltest, richtet sich immer nach dem Ziel und der Art des Tricks.

Natürliches Verhalten trainierst du am besten mit Capturing, möchtest du Verhaltensweisen formen arbeite mit Shaping. Bei komplexen Tricks oder Hilfestellungen bietet sich Targettraining an.

Manchmal kommen für einen Trick auch mehrere Methoden zum Üben in Frage. Dann solltest du immer die Trainingsmethode wählen, mit der deine Katze den Trick am einfachsten und schnellsten lernen kann.

Weißt du schon, welchen Trick du mit deiner Katze als nächstes lernen willst? Welche Methode wirst du verwenden?

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